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Jan
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Busticket-Kauf im Postamt, gelbe Fernbusse in ganz Deutschland? Die Deutsche Post will gemeinsam mit der renommierten Autofahrer-Lobby, dem ADAC, ein hochwertiges und flächendeckendes Fernbus-Liniennetz anbieten. Hier sehen beide Unternehmen ein großes Potenzial, um den Bekanntheitsgrad und den Unternehmensgewinn zu steigern. Läuft alles nach Plan, so könnten schon Anfang 2014 erste gelbe Fernbusse durch Deutschland rollen. Nach Informationen der Tageszeitung „Welt“ sollen in naher Zukunft alle Metropolen und Städte über 150.000 Einwohner an das neue hochmoderne „gelbe Liniennetz“ angebunden werden. Dazu sollen Knotenpunkte mit der Möglichkeit des Umsteigens entstehen. Bis zu 50 deutsche Städte könnten letztlich verbunden werden. Dass die Fernbusse später „gelb“ gestaltet werden sollen, liegt auf der Hand. Die Farbe gelb ist sowohl beim Automobilclub ADAC, als auch bei der Deutschen Post die Unternehmensfarbe.

Die Deutsche Post will der Deutschen Bahn und anderen Busunternehmen die Kundschaft streitig machen

Laut Post-Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes, sei die Zeit reif für eine komfortable, sichere und preisgünstige Mobilitätsalternative. Der Vorteil der beiden Big Player wäre, dass eine hervorragend ausgebaute Infrastruktur von Geschäftsstellen und Filialen in ganz Deutschland vorhanden ist. Neben der flächendeckende Präsenz und der Zuverlässigkeit, hat die Post vor allem langjähriges Know-how im Fuhrpark- und Transportmanagement. Wenn dieses Gemeinschaftsprojekt wirklich klappt, würde es den Fernbusmarkt völlig verändern. Vor allem alteingesessene mittelständische Busunternehmen fürchten, von den beiden Hochkarätern an den Rand gedrückt zu werden. Bisher war die Busbranche von eher mittelständischen Unternehmen dominiert und geprägt.

Dass die Post in das Fernbusgeschäft einsteigen will sehen viele auch sehr kritisch. Vor allem, dass am Dax-Konzern Post der Bund zumindest indirekt noch mit über 25 Prozent beteiligt ist. Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) Wolfgang Steinbrück, welcher auch selbst Unternehmer im Fernlinienverkehr ist, sieht dies auch sehr kritisch und meint:

„Wenn die Politik Märkte liberalisiert und dann zusieht, wie ein ehemaliger Staatskonzern dick mitmischen will, wird der deutsche Mittelstand in die Röhre schauen.“ (Wolfgang Steinbrück, BDO-Präsident)

Dennoch wird die Strategie der Post und des Automobilclubs ADAC für mittelständische Busunternehmen ganz entscheidend sein. Setzen diese auf eigene Busflotten oder greifen sie auf Subunternehmen zurück. Wie man aus internen Kreisen hört, hat die Post auch schon Gespräche mit zahlreichen Busunternehmen geführt. Greifen diese aber auf eigene Busse zurück, könnte das zu einem sehr großen Problem für kleine und mittelständische Unternehmen werden. Natürlich verfügen diese beide umsatzstarken Unternehmen über mehr Budget und haben dementsprechend auch andere Marketing- und Vertriebsmöglichkeiten als die bisherigen auf dem Markt befindenden Busunternehmen. Im andauernden Preiskampf kann dies ein enormer Vorteil sein, da die geldstarken Player im Zweifel auch den längeren Atem im Preismachtkampf haben.

Fernbus-Konkurrenz: Busanbieter „Mein Fernbus“ sieht den Einstieg gelassen

Der Geschäftsführer von „MeinFernbus“, Panya Putsathit, sieht den möglichen Einstieg gelassen und schaut nicht so sehr auf die Konkurrenz. Laut ihm hat man auch als mittelständisches Unternehmen die Chance mit einem guten Image, Zuverlässigkeit, einem guten Busliniennetz und durch Schnelligkeit auf dem Fernbus-Markt zu punkten. Außerdem ist die Post mit dem erst nächsten Jahr geplanten Einstieg dann relativ spät dran, wo der Markt schon voll am rollen ist. Den Fokus wollen „MeinFernbus“ in den Ausbau des Linienetztes in Deutschland legen. Dies soll vor allem mit regionalen Busunternehmen vollzogen werden, welche dann unter dem gemeinsamen „grünen“ Dach bestimmte Linien betreiben.

Falls aber wie angekündigt große finanzstarke Schwergewichte wie die Deutsche Post und der ADAC einsteigen wollen, ist von einem hartnäckigen Preiskampf zu rechnen. Dies kann uns Busreisenden nur recht sein, um möglichst günstig zu reisen

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