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An den Busbahnhöfen in den Großstädten Deutschlands gehören sie seit Kurzem zum Alltag: Die Fernbusse, die als Bahn-Konkurrenz zu absoluten Kampfpreisen mehr oder weniger schnelle Fernbus-Verbindungen in andere große Städte in ganz Europa anbieten. Früher galt, wenn Du mit einem Fernbus reist, bist Du entweder ein armer Student oder ein abenteuerlustiger Tourist. Heute bietet Dir ein moderner Fernbus auch auf langen Strecken Komfort. WLAN im Fernbus ist bei mehreren Unternehmen normaler Standard. Die Preise liegen deutlich unter denen der Bahn.

Das Fernbusnetz wird praktisch im Wochentakt dichter. Ende April existierten 145 Fernbuslinien in Deutschland, davon 70% reale Städteverbindungen. Der Rest sind ständige Busverbindungen touristischer Art oder Anbindungen zum Flughafen. Anfang April waren weitere 76 Verbindungen beim Bundesverkehrsministerium beantragt oder genehmigt. Bis Ende 2012 das quasi Verbot weiterer Linien, welches das Bahnnetz schützen sollte, aufgehoben wurde, waren es nur 86 Verbindungen. Davon führte die Mehrzahl von und nach Berlin, so die Unternehmensberatung Iges.

Was spricht also für den Fernbus? Auf der Strecke München – Tübingen ist der Fernbus heute schon gleich schnell wie die Bahn, jedoch 10 Euro preiswerter.

Der harte Wettbewerb im Fernbusmarkt – haben die kleinen Busanbieter überhaupt eine Chance?


Der Verdrängungswettbewerb auf dem Markt wird die Preise weiter sinken lassen. Mittelfristig erwarten Experten, dass mehrere finanzstarke Unternehmen den Markt mit einem Volumen von etwa 300 Millionen Euro unter sich aufteilen werden. „National Express mit Ihrer eingeführten Fernbusmarke City2City macht keinen Hehl daraus, dass sie in fünf Jahren, wie heute schon in Spanien und Großbritannien, Marktführer sein wollen. National Express ist aktuell der Angreifer im Fernbusmarkt und ist mit seinen Preisen immer ein bisschen unter dem eh schon günstigen Busticket-Preisen der Konkurrenz. Das Duo ADAC/Post dürfte ihnen aber dabei das Leben schwer machen, junge Unternehmen wie FlixBus.de oder DeinBus.de bekommen finanzstarke Konkurrenz. Diese jungen Fernbusanbieter müssen sich von den anderen finanzstarken Big Playern im Fernbusmarkt abheben, sonst werden sind auf lange Sicht den Kürzeren ziehen. Ein Kilometer mit dem Fernbus kostet etwa 10 Cent, Kampfpreise von 2 Cent hat es schon gegeben. Einige regionale Anbieter haben ihre Projekte „Fernbus“ angesichts des gnadenlosen Wettbewerbes schon wieder eingestellt.

Eine Maut für Fernbusse, wie sie nicht nur die Grünen fordern, sowie die unzureichende Fernbus- Infrastruktur in vielen Städten sind weitere Hindernisse für die ambitionierten Unternehmen.

Fazit, der Fernbus ist für preisbewusste Reisende mit ausreichend Zeit eine ernsthafte Alternative zur Bahn. Warten wir es mal ab wie sich der interessante Fernbusmarkt noch weiter entwickelt. Auf Dauer werdern sich sicherlich MeinFernbus, City2City, ADAC/Post und der Aldi-Fernbus durchsetzen. Auf jeden Fall aber werden die Busverbindungen deutlich ausgebaut & der Preis aufgrund der harten Konkurrenz stetig günstig bleiben – dies kann uns als Schnäppchenjäger nur recht sein!

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