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ADAC steigt nach einem Jahr aus dem Fernbus-Geschäft aus – Nach nur einem Jahr beschließt der ADAC sich aus dem umkämpften Fernbusmarkt zurückzuziehen. Alle Beteiligungen werden an die Deutsche Post AG verkauft. Fortan will sich der angeschlagene Automobilclub wieder um sein Kerngeschäft kümmern.

Wie am Montag in München vom ADAC kommuniziert, wird die Deutsche Post AG sämtliche Anteile des Gemeinschaftsunternehmens übernehmen. Seit Monaten wurde über den Ausstieg des Automobilclubs spekuliert. Auch anderen Anbietern machte die harte Konkurrenz zu schaffen. So wurde am Wochenende bekannt gegeben, dass das Offenbacher Unternehmen DeinBus Insolvenz anmeldete.

Spitzenstellung auf Fernbusmarkt nicht erreicht

Nach einer Reihe von Skandalen begründete der ADAC seinen Ausstieg mit einer künftigen Neuausrichtung. In einer Bekanntmachung heißt es, dass sich der Automobilclub im Zuge eines tief greifenden Reformprogramms neu orientiere und sich daher aus dem Projekt Fernbus zurückzieht. Man wolle sich vorwiegend auf seine Kernkompetenzen zum Wohle der Automobilclubmitglieder konzentrieren. Der Ausstieg aus dem Projekt Fernbus wurde durch eine Ende 2013 festgeschriebene Ausstiegsoption ermöglicht.

Zu Beginn des Projekts Fernbus wurde die Marktführerschaft im Fernbusgeschäft anvisiert. Vom Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (BDO) wurde der Marktanteil jedoch nur mit lediglich acht Prozent beziffert. Betrachtet man die Marktführer MeinFernbus mit 45 Prozent und Flixbus mit 24 Prozent wird deutlich, wie weit der ADAC-Postbus hinter seinen Zielen liegt.

Strategischer Projektausstieg von ADAC

Laut ADAC hat sich in den vergangenen Monaten der liberalisierte Fernbusmarkt zwar dynamisch, aber auch in verstärktem Maße preis- und wettbewerbsintensiv entwickelt. Ohne unternehmerisches Risiko wäre es dem Projekt Fernbus nicht möglich gewesen, sich dauerhaft als Qualitätsführer zu positionieren. Daher haben sich die Vereinsgremien nach erfolgreich realisierter Markterprobungsphase zum strategischen Projektausstieg entschieden.

Laut Marion Ebentheuer, Geschäftsführerin des ADAC e.V., entwickelte sich der ADAC-Postbus zum qualitativ besten Fernbus-Anbieter und einem wahren Sympathieträger. Das gemeinschaftliche Qualitätsversprechen sei eingelöst worden und die strategischen Ziele von beider Unternehmen gingen nun in unterschiedliche Richtungen. Sie dankte den Bonner Kollegen für die gemeinsame Verwirklichung eines exzellenten innovativen Projekts und wünschte weiterhin gutes Gelingen.

ADAC-Anteile werden von Deutsche Post AG übernommen

Die ADAC-Anteile an der gemeinschaftlichen Betreibergesellschaft DP Mobility GmbH werden vom bisherigen Partner Deutsche Post AG übernommen. Von beiden Muttergesellschaften wurde betont, dass der Einstieg auf dem Fernbusmarkt in mehreren Phasen erfolgen und nach und nach über die weitere Vorgehensweise entschieden werden sollte.

Bis auf weiteres bleiben alle Vorteile für Automobilclubmitglieder, wie beispielsweise die kostenlose Sitzplatzreservierung und die Mitnahme eines zweiten Gepäckstücks, bestehen. Auch weiterhin können Tickets für den Fernbus der Deutschen Post online unter www.adac-postbus.de, in den Filialen der Deutschen Post sowie in den ADAC Geschäftsstellen erworben werden.

Deutsche Post will Fernbusangebot erweitern

Wie die Deutsche Post AG ankündigte, wolle sie nach dem Ausstieg des ADAC den Fernbus allein steuern und das Fahrnetz ausbauen. Deutsche Post Vorstand Jürgen Gerdes erklärte am Montag in Bonn, dass man von seinem Fernbusgeschäft überzeugt sei, sich der Fernbus der Deutschen Post AG auf dem wachsenden Markt planmäßig entwickle und im nächsten Jahr das Netz ausgebaut werden würde.

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